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Uni-Karate-Dojo Berlin e.V., 60 Jahre

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Am 5. September 2026 feierte das „Uni-Dojo“ sein 60-jähriges Bestehen mit einem Lehrgang und einer Vereinsfeier.



Der Lehrgang in der Sporthalle Schloßstraße war mit gut 70 Teilnehmenden aus dem BKV gut besucht und der Lehrgangsleiter Guido Wallmann begeisterte alle mit  ausgesuchten Karate-Basics.


Das Uni-Dojo wurde 1966 gegründet, noch als „nicht eingetragener Verein“. Der damalige Präsident des Deutschen Karate Bundes, Jürgen Seidel, nahm die damalige kleine Berliner Gruppe von 7 Personen als „Dojo-Berlin 1“ auf. Seit gut 50 Jahren arbeitet der Verein mit der TU-Berlin zusammen. Dort findet jedes Semester ein Anfängerkurs, organisiert durch die Zentraleinrichtung Hochschulsport, statt. Heute besteht das Uni-Dojo aus gut 100 Mitgliedern. Der Verein ist breitensportorientiert und bietet keinen Leistungssport an, aber „Leistung im Sport“. Ergebnis: Im Laufe der Jahre ca. 50 Schwarzgurte vom 1. bis zum 8.Dan und viele „Treppchensteher“ bei Deutschen -, Berliner- und Master-Meisterschaften und Pokalturnieren.


Zur Vereinsfeier waren noch 2 Gründungsmitglieder anwesend und viele aktive Mitglieder aus den 70er und 80er Jahren.


Der Verein wurde vom DKV  für seine jahrelange erfolgreiche Tätigkeit mit der  DKV-Ehrenplakette in Platin geehrt.


Die Mitglieder hoffen auf weitere gute 60 Jahre!


Untenstehend ein Foto aus vergangenen Tagen zur Dan-Prüfung mit Kanazawa Sensei 1969 ...


... und eine Urkunde über die Verleihung der Ehrennadel in Platin vom Deutschen Karate Verband




Auszug aus der Rede zur Vereinsgeschichte - Erinnerung an die 60er-Jahre

"Der Mut, einfach anzufangen"

(Dr. Bernd Hartlieb)

Wenn ich heute in unsere Sporthalle komme und sehe, wie selbstverständlich wir trainieren können, muss ich manchmal schmunzeln. Denn unser erstes Dojo hatte weder Umkleiden noch Matten. Es war keine Sporthalle. Es war... ein Flur. Ja, richtig. Ein langer Wohnungsflur. Dort trainierten wir nach einem Karatebuch. Damals war Karate in Deutschland fast noch ein Geheimnis. Man erzählte sich, diese Kampfkunst mache einen unbesiegbar. Natürlich wollten wir das lernen.

Bei mir begann alles nach einer ziemlich unangenehmen Begegnung auf der Straße an Silvester 1964. Ich fasste damals einen Entschluss: "Das passiert mir nie wieder." Also suchte ich eine Karateschule. Das Problem war nur. Es gab praktisch keine. Und die Einzige, die ich fand, kostete fünf D-Mark im Monat. Für einen Lehrling war das damals unbezahlbar. Also machte ich zunächst Judo. Aber Karate ließ mich nicht los.

So schrieb ich an Jürgen Seydel, einen der Pioniere des Karate in Deutschland. Seine Antwort lautete sinngemäß: "Da gibt es einen gewissen Rainer Häsler in Berlin." Ich lernte Rainer kennen. Wir hatten kein Dojo, keinen Trainer, keine Videos, schon gar kein Internet. Aber wir hatten Begeisterung. Also trainierten wir gemeinsam im Flur. Wenn man heute über Abstand beim Training spricht – ging es damals eher darum, genügend Abstand zur Wohnzimmerlampe einzuhalten.

Später durften wir einmal pro Woche einen Raum in einem Jugendheim nutzen, allerdings erst, nachdem wir ihn jedes Mal komplett ausgeräumt hatten. Das Training begann damals also nicht mit dem Angrüßen, sondern mit Möbelrücken.

Nach und nach kamen erfahrene Karateka zu uns. Harry Schäfer, Ulrich Scholze aber auch japanische Meister wie Kanazawa, Ochi oder Sugimura. Sie alle halfen uns, aus einer Idee echtes Karate werden zu lassen.

Am 26. Juni 1966 bestanden drei von uns die erste Gürtelprüfung. Dieses Datum gilt als die Geburtsstunde unseres Vereins. Damals wussten wir natürlich nicht, dass aus diesem kleinen Dojo einmal ein Verein mit über hundert Mitgliedern wird, der bis heute existiert."



Verfasser: Dr. Bernd Hartlieb, Thomas Kasprzak

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