Jukuren-Training im Sportclub Berlin

jukuren.JPGNach drei Jahren habe ich mich wieder auf den Weg nach Hohenschönhausen zum SC Berlin gemacht, um die Jukurengruppe, die dort von Siggi Gelz trainiert wird, erneut zu besuchen. Manchmal ist es auch schön, wenn alles beinahe bleibt wie es ist.

Der lebhafte Austausch zu Beginn des Trainings fehlte auch diesmal nicht. Sigi ist sehr zufrieden mit der Konstanz in seiner Crew. Anders als bei Kindern und Jugendlichen findet kein schneller Wechsel in den Interessen statt. Man hat seinen Sport gefunden, liebt ihn und bleibt dabei. Die Veränderung findet in dieser Konstellation lediglich in der Weiterentwicklung statt. Es wird in Ruhe bis zur nächsten Gürtelprüfung geübt und sollte es damit mal nicht sofort klappen, treffen sich schon mal Sportler außerhalb des Trainings, um intensiver zu üben und es beim nächsten Mal zu schaffen. Man gibt sich die Zeit, achtet auf seinen Körper, weil man im Laufe der Jahre gelernt hat, dass es günstig ist, mit dieser fragilen Materie sorgsam umzugehen.

Siggis didaktischer Trainingsaufbau imponiert wieder. Er erklärt, aus welchen Bestandteilen die Techniken bestehen, warum sie zu welcher Gelegenheit eingesetzt werden und welche Muskelgruppen beteiligt sind. Er zeigt, wie es für jede Situation, jeden Angriffswinkel und jede Distanz das richtige Werkzeug im Karate gibt. Allerdings muss man diese Werkzeuge so gut kennen und können, dass man sie jederzeit automatisch einsetzen kann. Eine blitzschnelle Abwägung der richtigen Technik ist notwendig, da jede Technik wie alles im Leben Vor-und Nachteile bietet.

Um sich nun diesen hohen Automatismus (sensomotorische Regulation) im Karate anzueignen, arbeiten die Jukuren im SC Berlin durchschnittlich zwei mal wöchentlich über folgende Wege:
1. Eine Technik sehr oft wiederholen.
2. Diese Technik dann unter verschiedenen Umständen trainieren (z.B. defensiv und offensiv).
3. Diese Technik dann mit anderen Techniken kombinieren.

Wer sich über all diese Dinge mit den SCB-Jukuren austauschen möchte, ist als Gast jederzeit willkommen.

Brigitte Benjes