DAN-Vorbeitung bei Shirokuma

Marlies.JPGAm 30. September wird eine DAN-Prüfung Shotokan von Sigi Wolff, Frank Asner und Bernd Hartlieb in Berlin abgenommen. Einige Mitglieder von Shirokuma wollen sich dieser Prüfung stellen und so wird bereits zu Beginn des Jahres intensiv mit den Vorbereitungen begonnen. Bis zur Prüfung wird jeden ersten Samstag im Monat in der Esosander-Schinkel-Grund-schule in Charlottenburg von 12:30 Uhr bis 14 Uhr trainiert.

Gelegentlich muss alternativ der 2. Samstag im Monat genommen werden. So findet das nächste Training am 10.02. am gleichen Ort mit Dr. Bernd Hartlieb statt. 

Zur Begrüßung formulierte Heiner Hansen, der Vereinsvorsitzende von Shirokuma gleich den Anspruch, der mit diesem Training verbunden ist. Hier im Verein wünscht man sich DAN-Träger, die sich meisterlich präsentieren, so wie es der ursprünglichen Intention eines DAN-Grades entspricht. Man wünscht sich DAN-Träger, die sich intensiv mit dem Karate auseinandersetzen und die den Weg zur höheren Meisterschaft ernst nehmen. Jeder DAN-Träger sollten nach Heiners Ansicht in der Lage sein, Karatetechniken selbst zu interpretieren und weitergeben zu können. Ein reines Absitzen der erforderlichen Wartezeiten erscheint ihm  nicht ausreichend. In diesem Sinne lädt Shirokuma auch Aspiranten aus anderen Vereinen ein, sich gemeinsam bestmöglich auf die Prüfung vorzubereiten. Man möchte sich gerne vereinsübergreifend als Berliner Karateka präsentieren, die vor jedem Prüfer ein gutes Bild abgeben können. Der Vorteil dieses „Sondertrainings“ besteht darin, dass alle drei Prüfer in diesem Rahmen Trainingseinheiten geben und man so die besonderen Erfordernisse kennenlernen kann. 

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Das heutige Training (8 Teilnehmer von SHI und 7 Teilnehmer aus anderen Vereinen) wurde von Marlis Gebbing (6. DAN), amtierende Deutsche Meisterin Kata-Team und Vizemeisterin Einzel, geleitet. Für mich als Zuschauerin war das wieder ein Karatefest. Marlis hat wunderbar präzise Techniken und erklärt diese bestens in allen Einzelheiten. Ich kannte bereits Marlis Training mit unteren Gürtelgraduierungen, im heutigen Training habe ich einen Eindruck von den Anforderungen an die Weiterentwicklung der Techniken und Fähigkeiten von Dan-Trägern erhalten.

 Das Training war klassisch aufgebaut, also wurde mit dem Aufwärm-und Gymnastikprozedere begonnen. Schon an dieser Stelle kann der Prüfling in spe sehr gut feststellen, in welchen Bereichen noch Übungsbedarf besteht. Gleiches galt dann für die darauf folgende Grundschule. Marlis fordert Unauffälligkeit und Unbeteiligtsein im Ausdruck, achtet auf das Kime und den effizienten Umgang mit der eigenen Energie.

Beim Kihon weist Marlis darauf hin, dass man da zeigt, was man kann und wie es mit der Körperbeherrschung steht. Am Ende wurden die Kata „Bassai Dai“, „Jion“ und „Kanku Dai“ gelaufen. Zunächst wurden diese Kata ohne Übung abgefordert, anschließend wurden sie gemeinsam geübt und erläutert. 

Ein schönes Projekt, das sich Shirokuma ausgedacht hat und hoffentlich am Ende die Berliner bei der DAN-Prüfung gemeinsam glänzen lässt. 

Im Anschluss an den Vorbereitungslehrgang durfte ich noch etwas an der Vorstandssitzung des Vereins teilnehmen. Nachdem sich Dr. Carsten Brunner aus dem Vorsitz von Shirokuma Berlin zurückgezogen hat, wurde  Heiner Hansen zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit zuverlässigen Mitstreitern gibt er nun die Richtung des Vereins an. 

Ganz wichtig ist dem Verein die enge Zusammenarbeit mit Shirokuma-Brandenburg und anderen Vereinen. So gibt Boris Mahn mit Nippon (Wado-Ryu)  ein gemeinsames Wettkampftraining. Also auch hier wird energieeffizient zusammen gearbeitet, die Kräfte werden gebündelt und ganz nebenbei der gute Kontakt hergestellt. 

Mit Marlis Gebbing als Frauenreferentin ist der Verein innerhalb der Bundesverbandarbeit aktiv, mit Kampfrichtern beteiligt sich der Verein im Landesverband. Der Verein ist daran interessiert, dass möglichst viele qualifizierte Karateka des Vereins eine Trainerausbildung absolvieren und unterstützt dies auch finanziell. Bei Shirokuma wird Nachwuchsarbeit groß geschrieben und die Erfahrenen im Verein wünschen sich durchaus, einmal von engagierten, später geborenen Vereinsmitgliedern abgelöst zu werden.

Bis dahin wollen die Sportler noch gerne etwas im Einzelnen oder auch im Team das Wettkampfgeschehen auf Berliner und deutscher Ebene aufmischen und durch viele Lehrgänge unser Karateleben bereichern. Zu diesen Vorhaben kann man dem Verein nur gutes Gelingen wünschen und bei den beteiligten Akteuren bin ich mir schon jetzt sicher, dass die Bemühungen erfolgreich sein werden. 

Brigitte Benjes