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Kadertraining Kumite

Ein Besuch beim Training des BKV-Kata-Kaders

Die Pistoriusstraße an einem dunklen Novemberabend, "die Mauern stehn sprachlos und kalt, im Winde klirren die Fahnen" bei DOKAN ... Oben dann aber kuschelige Adventsatmosphäre, Janina Kaiser reicht Kaffee und Christstollen, und da man ja nur einfacher Breitensportler und kein ehrgeiziger Kader-Athlet ist, kann man jetzt herzhaft zugreifen.Kader_links.JPG.jpg

Schwitzen statt Stollen

Besagte Athleten dagegen müssen ran – es ist Kader-Training für die Kata-Leute bei Landestrainer Guido Wallmann. Nach dem Nachwuchs sind es die Jugend- und Junioren – und als einziger "Senior" Heiko Kuppi. Allerdings sei gleich vorausgeschickt: Der amtierende Deutsche Kata-Meister der Masterklasse kann es an Dynamik, Kondition und Kraft mit den jüngeren Wettkämpfern noch locker aufnehmen ... die müssen ja auch erst einmal erreichen, was Heiko und natürlich der Trainer selbst schon erreicht haben.Kader9_guido.JPG.jpg

Meister unter sich

Obwohl es da jetzt schon in der Halle vor Meistern nur so wimmelt – Berliner sowieso, aber auch Deutsche Meister und World-Cup-Sieger. Die meisten kennen sich seit ihren Anfängen als sechsjährige Weißgurte, die Atmosphäre ist sehr familiär und entsprechend locker. Allerdings soll das nicht heißen, dass hier kein Schweiß fließt – im Gegenteil: Das Training ist schnell, hoch konzentriert und intensiv. Guido muss nicht viel erklären, die Kommandos kommen knapp und leise, seine Schüler und seine Schülerin (Carolin Bodensteiner ist das einzige Mädchen an diesem Abend) brauchen nicht viel zu fragen und setzen seine Anweisungen rasch um. Das ist alles hervorragend eingespielt, es wird auch viel gelacht und gescherzt, ohne dass darunter Aufmerksamkeit und Einsatz leiden würden. Ach, denkt man da als Vereins-Trainer, wenn doch alle Jugendlichen so wären ...Kader_caro_stehend.JPG.jpg

Grundschule, Grundschule, Grundschule!

Und was trainieren eigentlich unsere Top-Kata-Spezialisten? Den größten Teil des Trainings bildet auch bei ihnen die Grundschule: Hüfteinsatz, Drehungen, Schnelligkeit – auch im Kader sind das die Grundlagen des Trainings – und die müssen dafür genauso schwitzen wie wir. Der schnelle Wechsel zwischen Anspannung und Lockerheit, tiefer Stand, saubere Fußarbeit – wer kennt das nicht. Nur machen die das einfach richtig, richtig gut. Die Dynamik dieser jungen Karateka ist schon beeindruckend. So wird eben heute Wettkampf-Karate trainiert: Schnelligkeit, Explosivität und Athletik, das sind gerade im Shotokan die wichtigsten Elemente des Grundlagentrainings.

Gegen Ende des Trainings dann lässt Guido noch einige komplette Katas üben: Gojushiho Sho, Gojushiho Dai und Anan. Letztere ist eine Kata aus den Shito Ryu, die auch nicht von jedem Kader-Athleten beherrscht wird. Kader_alle.JPG.jpgDas Kata-Team von DOKAN dagegen, bestehend aus den Brüdern David und Robin Geduhn und Maximilian Schinke, hat diese schwierige Kata jetzt einstudiert. Zum Abschluss des Trainings zeigten die drei zum ersten Mal ihre Interpretation der Anan – kraftvoll, dynamisch und schon ziemlich abgeklärt. Was sollte da der Titel-Verteidigung bei den nächsten Deutschen Junioren-Meisterschaften noch im Wege stehen?

Gerald Wagner