Neues aus den Vereinen: Wie Yoshukai-Karate nach Berlin kam

IMG_4324.jpgSeit 1978 gibt es das Yoshukan Dortmund unter der Leitung von Otto Rumann. Dort wird die Stilrichtung Yoshukai-Karate gelehrt, die  wiederum 1963 von Katsuo Yamamoto und Mike Foster gegründet wurde und Anhänger in der ganzen Welt gefunden hat. Otto Rumann ist ein direkter Schüler von Mike Foster und Katsuo Yamamoto und oberster Repräsentant des Yoshukai-Karate in Europa.

Yo-Shu bedeutet „direkter Weg“ oder auch „Ständige Verbesserung“. „Yo-Shu-Kai“ bedeutet in etwas so viel wie „Trainingshalle der ständigen Verbesserung“ und das zeigt sich in den Bewegungsabläufen. Sehr sparsam und präzise in den Bewegungen wird diese Stilrichtung des Karate betrieben.

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Grundschule, im Karate unabdingbar, spielt hier noch einmal eine besonders wichtige Rolle. Aus den Grundformen entwickeln sich sehr deutlich wahrnehmbar die Verteidigungstechniken. Yoshukai-Karate unterscheidet sich z.B. vom bekannteren Shotokan-Karate durch die Bewegungsabläufe, die Stilistik aber auch durch die Nutzung von traditionellen Waffen, wie dem Bo (langer Stock), der Tonfa, den Sai oder auch dem Nunchaku.

1996 begann Achim Schaer, der immer schon am Kampfkunst interessiert war, das Training im Yoshukan Dortmund. Als er 2008 in Berlin eine Arbeit als Architekt aufnehmen konnte, dauerte es nicht lange - er schloss sich dem Charlottenburger Turn- und Sportverein an und gründete dort eine Karate-Gruppe. Zunächst noch ziemlich klein, ist die Gruppe seit 2009 auf 35 Mitglieder angewachsen.

Das Training bei Achim findet mit allen Gruppenmitgliedern zusammen statt, wobei natürlich beim 20:00 Uhr-Termin, den ich wahrgenommen habe, keine Kinder teilnahmen. Es geht sofort mit der Grundschule los, wobei es dann immer wieder Phasen mit Dehnübungen eingelegt werden. Der Trainer kümmert sich sehr intensiv um die einzelnen Sportler und erklärt zwischendurch viel zum Bewegungsaufbau, Sinn der Bewegungsabläufe und historische Hintergründe.

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Vor allen Dingen hat sich die Gruppe durch Mund-zu-Mund-Propaganda erweitert und dadurch ist ein sehr enger Zusammenhalt entstanden. Man beobachtet zusammen das Größerwerden der Kinder mit allen Nöten und Entwicklungen und freut sich gemeinsam über die Fortschritte und die Entwicklung aller Mitglieder.

Es findet ein regelmäßiger Austausch mit Achims Meister in Dortmund statt, wodurch die Weiterentwicklung der Berliner Yoshukai-Karategruppe sichergestellt wird.
Dadurch, dass die Karategruppe einem Großverein angehört, bieten sich immer gute Trainingsstätten in unmittelbarer Umgebung und der Gymnastikraum in der alten Schwimmhalle in der Krumme Straße in Charlottenburg gibt mit den Spiegeln ein gutes Dojo ab - wer kann sonst noch in Berlin in „Jugendstil“ trainieren?

Inzwischen hat sich Achim mit im Vorstand des Vereins etabliert und kann auf diese Weise etwas von der Zeit an den Verein zurückgeben, die er sparen kann, indem er sich nicht um die Verwaltung eines eigenen Vereins kümmern muss. Achim ist mit Leib und Seele beim Karate und das überträgt das, nach allem was ich sehen konnte, auch auf die Gruppenmitglieder. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie sich, nachdem sie sich für das Karate entschieden hat und regelmäßig trainiert, gesundheitlich wesentlich besser fühlt als vorher - mehr geht eigentlich nicht.

Die Yoshukai-Karate-Gruppe des Charlottenburger Turn- und Sportvereins hat sich also in recht kurzer Zeit zu einer stabilen Größe entwickelt, in der noch allerhand Potential zu stecken scheint und die uns in Berlin eine weitere Richtung des Karate bietet. Inzwischen sieht man regelmäßig Mitglieder des Vereins auf den Berliner Wettkämpfen, was sehr schön ist, zumal sich der Verein dadurch in unser Karateleben einbringt, sich zeigt und anderes zu sehen bekommt.

B. Benjes