Kampf heißt Chaos: 4. Selbstverteidigungs-Tag bei Shirokuma Berlin

shiro3.jpgAm 15. Februar 2014 fand bei Shirokuma Berlin in Charlottenburg der 4. Berliner Selbstverteidigungstag mit dem Trainerteam Achim Hartstock (All-Style Budo-Team und frischgebackener Referent für Kobudo und Selbstverteidigung des BKV), Dr. Carsten Brunner (Shirokuma Brandenburg und ebenfalls frischgebackener stellv. Referent für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung des BKV), Kilian Strauß (Shirokuma Berlin), Mirjam Weber (Shirokuma Brandenburg ) und Sonja Grunow (Shirokuma Brandenburg) statt. 

Den fast 60 erwachsenen und jugendlichen Teilnehmern aus Vereinen in Berlin und Brandenburg wurde – wie auch schon bei den vorangegangenen Berliner Selbstverteidigungstagen – ein sehr umfangreiches Training in realistischer Selbstverteidigung und Selbstbehauptung geboten.

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Die Einleitung des SV Tages gestaltete Carsten mit dem Thema „Kampf ist Chaos“. Dabei bezog er sich auf den unerwarteten („chaotischen“) Charakter von Angriffssituationen, die meist nie so kommen, wie man sie trainiert hat. Deshalb zeigte er zusammen mit Kilian  einige Übungen, die dieses Chaos simulierten und die Teilnehmer schnell in die notwendige Einstellung für eine Situation auf der Straße versetzten. Danach ging er auf die direkte Annahme von Techniken und die besondere Rolle von unseren härtesten körperlichen Waffen, den Ellbogen und Knien, beim Kontern ein. Er legte dabei viel Wert auf die Tatsache, dass es nie „die beste“ oder einzig richtige SV-Technik für eine bestimmte Situation gibt, sondern dass man ein weites Repertoire von Techniken entwickeln und trainieren muss, um im Ernstfall verschiedenen Angriffen gewachsen zu sein.

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Als nächstes setzte Kilian das Training mit einigen Übungen zum Thema Distanz fort. Dabei zeigte er, dass bei sehr kurzen Distanzen die Hand schneller als die visuelle Information sein kann und deshalb eine angemessene Reaktion sehr schwierig ist. Hier hilft im Ernstfall das Wählen einer sicheren Distanz, die Einnahme einer guten Verteidigungshaltung und eine „taktile Reaktion“, d.h. das Erfühlen von Angriffen. Außerdem machte er Übungen zu kombinierten Angriffen mit Hand und Fuß, wie sie auf der Straße vorkommen können. Dabei legte er wie Carsten Wert auf eine direkte Annahme des ersten Angriffs, um Folgetechniken des Angreifers zu vermeiden. 

Das nächste Training gestaltete Achim. Aufbauend auf dem Training von Carsten und Kilian zeigte Achim eine Reihe von Hebeln und Würfen, die im Anschluss an die Angriffsannahme ausgeführt werden können. Außerdem zeigte er einige sog. „weiterführende Techniken“, d.h. Techniken, die ausgeführt werden, wenn der Gegner einen Hebel oder Wurf zu blocken versucht. 

Parallel zu den Einheiten von Carsten und Kilian arbeiten die lizenzierten Gewaltschutztrainerinnen Sonja und Mirjam in der zweiten Halle mit den Kindern und Jugendlichen. Ihre Themen waren u.a. „Du darfst „Nein“ sagen!“, „Vertraue Deinem Gefühl!“ und „Du bist wichtig!“. Schon während des Lehrgangs wurde durch Nachfragen von Eltern und Jugendtrainern, aber auch Lehrern klar, dass gerade an den Gewaltschutzeinheiten für Kinder und Jugendliche erhebliches Interesse besteht.

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Zum Abschluss des SV Tages führten die Trainer eine kurze Trainingseinheit zum Wahlteil „Selbstverteidigung“ der SOK Prüfungsordnung durch. Bei den Shotokan und SOK Kyu-Prüfungen bestanden 19 Kandidaten (davon 15 Shotokan und 4 SOK). Drei Kinder bestanden darüber hinaus ihre Zwischenprüfung. 

Herzlichen Glückwunsch!

Shirokuma freut sich auf die Ausrichtung des Knife Day am 15. März 2014 und des 5. Berliner SV-Tages am 24. Mai 2014.

© 2014 Bericht von Shirokuma Berlin e.V.