Lehrgang mit Bundestrainer Efthimios Karamitsos bei Dokan Berlin

Karamitsos_Dokan.jpgBerlin ist eine sehr große Stadt. Aber je nachdem, wo man hier zuhause ist, sind "nah" und "weit weg" hier immer eher relative Begriffe. Berlin-Buch ist darum für den einen sozusagen um die Ecke, für den anderen eine kleine Reise. Wer am Samstag dennoch diese Reise nach Buch nicht scheute, wurde wieder mit einem großartigen Lehrgang beim Kata-Bundestrainer belohnt. 

Heian Godan und Yondan, dann ausführlich Gojushiho Sho und zum Abschluss noch Bassai Dai: Gleich vier Katas hatte Karamitsos auf dem Lehrplan. Wie immer wurden die charakteristischen Themen dieser Katas gleich beim Aufwärmen mit lockeren Partnerübungen eingeführt. Greifen, Blocken, leichtes Kontern - man kann Bunkai eben auch ganz spielerisch aussehen lassen, anstatt sich dem Feld der "Anwendung" der Kata immer erst ganz zum Schluss (oder eben leider oft gar nicht) zuzuwenden. Bei Karamitsos dagegen lernt man die Grundprinzipien einer Kata sozusagen ganz unbewusst, aus einem natürlichen Stand und einigen einfachen Aktionen des Partners ("Angriffe" wäre fast schon zuviel). Vertieft wird das dann im Kihon, dann zusammengebaut zum Gesamtbewegungsbild der Kata. 

Einmal mehr widmete sich Karamitsos dabei einem seiner wichtigsten Anliegen: Dem Wechsel von Lockerheit und Anspannung im Körper, also dem richtigen Einsatz von Kime. Das ist natürlich nichts Neues (aber was ist im Karate schon neu?), sondern ein sehr altes Thema. Entscheidend ist nur, wie man es trainiert: Karamitsos schafft es eben immer wieder, dieses Grundproblem des Karate von einer anderen Seite anzugehen, mit immer wieder neuen Übungen, Bildern und Begriffen. Da denkt man etwa, man hat als Dan-Träger mit 20 Jahren Erfahrung etwa eine Heian Yondan so langsam verstanden, und dann merkt man, dass man doch seit 20 Jahren noch Fehler macht. Von den hohen Katas wie Gojushiho Sho ganz zu schweigen. Karamitsos' Training beweist, dass der Weg des Karates tatsächlich nie zu Ende ist, dass er oft Umwege braucht, um eine Lösung zu finden, aber dass er immer auch Überraschungen birgt.