Schwitzen nicht erwünscht: Ein Vereinsbesuch bei Zan Shin Kai

ShitoRyuSommercamp2018.jpgNachdem der Verein Zan Shin Kai nun zwei Jahre unserem Verband angehört, war es an der Zeit, ihm einen Besuch abzustatten. Ich war gespannt, das ansprechende Dojo in Pankow, ganz in der Nähe des Bürgerparks zu sehen (alle Dojos der Stilrichtung Shito-Ryu sind schön).

Es kam anders als gedacht. Die Idee, den Verein im Sommercamp zu besuchen, hatte schließlich den größeren Reiz. Also machte ich mich am Samstag bei schönstem Sommerwetter zu einer Landpartie nach Ruhlsdorf in das Feriendorf „Dorado“ auf.

Das Shito Ryu Sommercamp, das der Verein zum 2. Mal auf die Beine gestellt hatte, sprach für sich. Trainer aus verschiedenen Berliner Shito Ryu Vereinen wurden vom Zan Shin Kai e.V. eingeladen, um dieses Wochenende gemeinsam mit Dojoleiter Randolf Behnke (1. Dan) und Christine Mahler (2. Dan Shito Ryu) von Freitag bis Sonntag mit spannenden Trainingseinheiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu gestalten. Besonders sind dabei natürlich Carlos Molina (8.DAN) und Johannes Köster (6. DAN und Stilrichtungsreferent Shito-Ryu im DKV und natürlich Berlin) zu erwähnen. Zudem unterrichteten Tom Witt (6. Dan Shito Ryu) und Heiko Schwarzburger (4. Dan Aikido). Mehr geht hier nicht.

Was will man sagen zu diesem Verein, der so eine erstklassige Visitenkarte abgibt, wie Zan Shin Kai? Christine und Randolf verstehen offenbar zu organisieren, zu integrieren und zu begeistern. Wer es innerhalb Berlins schafft, einen Karate Verein mit eigenem Dojo zu gründen, der nach zwei Jahren auf etwa 60 Mitglieder angewachsen ist und sehr umfassende Trainingszeiten für Kinder ab dem Vorschulalter, Jugendliche und Erwachsene anbietet, muss etwas sehr richtig machen. Ziel ist es, den Verein so im Bezirk zu etablieren, dass jede/r, der sportliche Betätigung in Erwägung zieht, Zan-Shin-Kai mindestens gedanklich mit auf dem Schirm hat.

Nach so kurzer Zeit das 2. Mal in Folge ein Sommercamp zu veranstalten, zu dem 70 Karateka aus dem eigenen Verein, anderen Berliner Vereinen und auch von außerhalb dazu kommen, ist eine beachtliche Leistung. Die Karateka waren zum Teil mit Kind und Kegel angereist und Dank einer funktionierenden Kinderbetreuung konnten alle ganz entspannt an den Trainingseinheiten teilnehmen.

Entspannung war sozusagen eine Grundvoraussetzung für Carlos Training, der sich von den Teilnehmern natürliche Bewegungen wünschte, die keinen besonderen körperlichen Aufwand erfordern. Er machte deutlich, dass Karate im Kopf stattfindet und weniger durch Muskelkraft. Darum sei es auch keine schweißtreibende Angelegenheit. Bei 30 Grad war das nicht einfach darzustellen und alle waren nach den Nachmittagstrainings bei Randolf und Carlos sehr dankbar für  beieinandersitzen, schwatzen, essen und trinken.

Es wurde bereits munter für das nächste Jahr geplant und alle Lehrer wollten auch gerne wieder das nächste Sommercamp im Jahr 2019 begleiten. Man darf also zuversichtlich auf diesen Verein schauen und ich würde mich freuen, wenn es dem Verein nach weiteren zwei Jahren gelungen wäre, den selbstgesteckten Zielen näher zu kommen.

Brigitte Benjes