Neues aus den Vereinen: Zu Besuch beim Ki-Dojo

2013-09-11_15.52.44.jpgDie Frage ob es in diesem Verein auch neben dem Sport gemeinsame Aktivitäten gibt, erübrigt sich, wenn man eine Weile im Eingangsbereich des Ki-Dojo verbringt, der zwischenzeitlich starken Cafécharakter annimmt. Jeder scheint hier mit jedem zu sprechen und die Atmosphäre ist herzlich. Hier ist ein Ort zum Wohlfühlen, Freunde finden, entspannen, sporteln oder auch gemeinsam am Projekt „Ki-Dojo“ zu arbeiten.

Blitzblank und frisch geputzt wirkte der Verein auf mich bei meinem ersten Besuch. Woran lag es? War es der neue Ort, an dem sich der Verein ab Juni 2013 niedergelassen hat? Eigentlich nicht. Das Zentrum in Französisch Buchholz vermittelt diesen Eindruck nicht unbedingt. Günstiger als an dieser Kreuzung Hauptstr./Ecke Mühlenstr. kann man sich zwar in dieser Ecke Berlins kaum positionieren, alles wirkt dort freundlich und nett, aber nicht so blitzblank.

2013-09-11_15.48.31.jpgBetritt man das Haus, in dem sich der Verein nun niedergelassen hat, während des Trainingsbetriebes, empfängt einen eine sehr ausgelassene, muntere Stimmung. Eltern warten auf ihre trainierenden Kinder, Kinder und Erwachsene warten auf den nächsten Kurs, und alles mischt sich aufs Beste und schnattert miteinander. Hier gibt es viel zu bereden und zu verabreden. Wie Jörg Hohndorf erzählt, konnte dieser Umzug in das neue Haus mit den damit verbundenen Arbeiten nur mit Hilfe aller Vereinsmitglieder umgesetzt werden. Inzwischen ist im Verein ein sehr familiäres, freundschaftliches Miteinander gewachsen.

2013-09-11_17.46.08-1.jpgGewachsen ist ein Begriff, den Jörg gerne im Zusammenhang mit dem Verein verwendet. Ihm ist wichtig, dass hier nichts gewollt und gefordert wird, sondern sich alles entwickelt und jeder das geben kann, was er möchte bzw. nicht möchte.
Jörg selbst ist gerade in einer Situation, in der er für den Verein als Trainer nur bedingt einsetzbar ist. Nach einer schweren Erkrankung und einem Unfall ist er körperlich noch stark eingeschränkt. In solcher schwierigen Zeit ist es wiederum der Verein, der ihn mit aufrecht erhält und aus dem er Energie bezieht. Das alles gibt er natürlich sofort wieder zurück, da man als 2. Vereinsvorsitzender noch viele Aufgaben übernehmen kann, die nicht körperlich belastend sind.

Abgekommen bin ich wieder von dem blitzblanken Eindruck und den konnte ich auch nicht in den vielen Hinter-und Nebenräumen des Hauses gewinnen, die ich alle besichtigen durfte, die aber noch auf Ausbau warten. Da hat sich der Verein wirklich etwas vorgenommen und es steckt noch viel Perspektive drin. Irgendetwas vermittelt mir in dem, was ich bis dahin gesehen habe, eine sehr ansteckende Aufbruchsstimmung, so dass ich wirklich gespannt bin, was die Leute hier in einem weiteren Jahr geschaffen haben werden.

Nun endlich nach viel Geplauder mit Jörg und Hausbesichtigung komme ich zum Hauptanlass meines Besuchs - ich schaue mir ein Kindertraining an. Schon in dieser jüngeren Gruppe, in der von Weiß- bis Blaugurt trainiert wird, stellt man sich nach Graduierung auf. Es wird viel Wert auf die Gürtelfarbe gelegt und die Leistungen werden entsprechend von den Jungsportlern abgefordert. Die Gruppe hört gut und wirkt für das Alter verhältnismäßig diszipliniert.

Dabei sind die Kinder gleichzeitig sehr munter und vergnügt. Während des Aufwärmtrainings, bei dem gelaufen wird, gibt es unterschiedliche Kommandos wie Pfeiffen, In-die-Hände-klatschen usw., worauf entsprechende Übungen wie „auf den Rücken legen“, „rückwärts laufen“ durchzuführen sind. Das geht natürlich ganz oft schief, aber da das Ganze in einer ziemlichen Schnelligkeit passiert, gibt es viel Gelegenheit, sich zu korrigieren. Der Stil des Trainings ist eine gute Mischung zwischen streng, lustig und liebevoll. Den Kindern scheint es zu bekommen und ich weiß nun, woher dieser blitzeblanke Eindruck vom Verein kommt. Diese ganze Gruppe vermittelt auf sehr angenehme Art Sauberkeit und Ordnung, die Kinder sehen alle in ihren blütenweißen Gis  wie frisch gestärkt aus.

Auch in der nächsthöheren Gruppe setzt sich dieser Eindruck fort und ich habe noch das zusätzliche Vergnügen, Marco Petrovic beim Training zu sehen, der sich im Berliner Karate Verband bereits durch seine Leistungen für das Kata- und Kumite-Kader qualifiziert hat. Durch ihn scheint sich wieder zu bestätigen, dass sich Schule und Sport nicht im Wege stehen müssen, sondern eher gegenseitig unterstützend wirken, denn auch Marcos tolle schulische Leistungen werden im Verein sehr gelobt. 

In dieser Gruppe der Höhergraduierten wird das Aufwärmtraining bereits von Schülern angeleitet, so lernen sie Eigenverantwortung und das Auftreten vor Gruppen.

Brigitte Benjes