Neues aus den Vereinen: Zu Besuch bei Atlanta 96 e.V.

Atlanta_klein.jpgReise, Reise - heute am 21. Mai ging es nach Ahrensfelde, wo der Verein Atlanta 96 e.V. trainiert. Für einen Wessi eine echte Herausforderung, aber nachdem sich Thomas Cooths, der Vereinsvorsitzende schon bei anderer Gelegenheit mit Makronentörtchen in mein Herz geschlichen hatte, fand ich es höchste Zeit, seinen Verein und das Training anzuschauen.

Zum Letzten sollte es allerdings wieder nicht kommen - am gleichen Nachmittag wurde Thomas informiert, dass die Halle wegen Parkettausbesserungsarbeiten nicht zur Verfügung stehen würde. Entsprechend enttäuscht war Thomas heute und glücklicherweise war diese sehr kurzfristige Info ein Ausrutscher in der sonst engen und guten Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein.

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Trainiert wird Fudokan

Die Schule ist eine Schönheit im Verborgenen. Von außen macht sie nicht viel her, der Schulhof, in dem wir dann saßen, ist aber sehr schön und super gepflegt. Man merkt gleich, wenn an der Schule noch ein Hausmeister wirkt. Auch die Sporthalle ist von Innen ein Glücksfall für das Karate. Der Raum ist nicht zu groß und ist so ein schönes Dojo mit einem Parkettfußboden, der gelenkschonend ist.

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Der Verein Atlanta 96 e.V. hat sich nach den Olympischen Spielen 1996 benannt, die damals in Atlanta stattfanden und trägt damit also immer den Gedanken, dass auch Karate einmal olympisch wird, in sich. Trainiert wird Fudokan. Dabei handelt es sich um eine Stilrichtung, die stark auf dem Shotokan basiert, aber wie Thomas beschreibt, mehrere Stilrichtungen in sich vereinigt. Er schätzt am Fudokan, dass Elemente, die er als weniger zuträglich für die Gesundheit hält, aus dieser Spielart des Karate entnommen wurden. Als in unserem Verband 2007 die Stilrichtung „Fudokan“ installiert wurde, trat der Verein in den BKV ein. Als der Stilrichtungsvorsitzende 2010 mit einigen Vereinen wieder den Verband verließ, blieb uns Atlanta 96 erhalten.

Inzwischen hatte Thomas die Vorteile des BKV zu schätzen gelernt, was wohl vor allem Thorsten Beyer, unserem Ausbildungsreferenten zu verdanken ist. Dort absolvierte Thomas mit Vereinsfreunden die Trainerausbildung und war von der kompetenten und vielfältigen Ausbildung sehr beeindruckt. Er und seine Freunde waren immer enttäuscht, wenn der Unterricht beendet war und sie wieder nach Hause geschickt wurden. Davon wollten sie immer mehr haben.

Der BKV als ruhige Heimat dieses Vereins

Insgesamt gefällt ihm in diesem Verband der freundliche Umgang miteinander, die vielen Angebote und die Transparenz, die wenig strenge Hierarchie, dass sich alles auf freiwilliger Basis abspielt und dass das Preis-Leistungsverhältnis für ihn stimmt. Er hat jetzt das Gefühl für seinen Verein eine ruhige Heimat gefunden zu haben und ein Umfeld, in dem er sich ganz dem Sport widmen kann.

Thomas ist 1975 geboren und nach sieben Jahren Judo begann er 1991 mit Karate. Seit 1998 ist er als Trainer tätig und betreibt das seit 2006 auch als Haupttätigkeit. Im Nebenberuf arbeitet er außerdem in der Geschäftsstelle vom SC Lotos. Beim Karate schätzt Thomas die ständige Arbeit an sich und der eigenen Vervollständigung. Ein weiterer Aspekt ist, dass Körper und Geist bei diesem Sport gefordert werden. Beim Training kann er völlig abschalten und wenn es belastende Situationen in seinem Leben gab, hat ihm der Sport immer geholfen. Inzwischen ist der Verein auch selbst zur erweiterten Familie geworden und in schwierigen Zeiten findet man dort Unterstützung. Andererseits beschränkt sich der Verein nicht ausschließlich auf das Training, sondern es wird dort auch eine soziale Aufgabe erfüllt, die vor allen Dingen bei der Arbeit mit Kindern notwendig ist.

Der Verein hat inzwischen etwa 40 Mitglieder, davon die Hälfte weibliche Mitglieder, was erstaunlich viel ist. Sonst haben wir im Verband ein Verhältnis von einem Drittel Frauen und zwei Dritteln Männern. Insgesamt geht es im Verein sehr familiär zu. Es werden gemeinsame Grillfeste und Ausflüge veranstaltet, einmal im Jahr fährt man gemeinsam zu einem Trainingslager am Störitzsee.

Zusammen mit Lotos werden ein Ostercup und ein Nikolauscup organisiert. Diesen Turnieren, welche nach Fudokanregeln ausgetragen werden, haben sich inzwischen noch vier weitere Vereine angeschlossen. Thomas würde sich gerne mehr dem BKV- Turniergeschehen anschließen, da das Reglement allerdings unterschiedlich ist, erfordert das noch etwas Übung.

Ja, schade, dass es diesmal nicht geklappt hat, einem Training zuzuschauen, ich habe jedenfalls den Eindruck, dass man hier ein Vereinsleben im besten Sinne findet und die ganze Familie beim Karate gut aufgehoben ist.

Hier geht es zur Webseite des Vereins ...

Brigitte Benjes