Neues aus den Vereinen: Ein Besuch bei Shirokuma Berlin

shi2013.jpgVor fünf Jahren besuchte unsere Geschäftsstellenleiterin Brigitte Benjes die Vereine des BKV. Jetzt war es mal wieder an der Zeit, sich die Berliner Karate-Vereine erneut anzuschauen, da sich inzwischen vieles verändert hat. Brigittes jüngster Besuch galt Shirokuma Berlin. Dauer im Wechsel- Schein ist nicht Sein: So hat Brigitte ihren Eindruck von Shirokuma zusammengefasst.

Wahrgenommen habe ich diesen Verein immer als Verein der traditionell und durch Kata geprägt war. Als Name dazu fällt mir natürlich Bernd Brezinski ein, den ich wider besseren Wissens als Vereinsvorsitzenden eingeordnet habe, obwohl das seit vielen Jahren Dr. Carsten Brunner ist. 

Geändert hat sich die Sicht bei mir erst durch Veränderungen der letzten Zeit: Aus einer ursprünglichen Außenstelle des Vereins in Steglitz wurde ein eigenständiger Verein, der jetzt tatsächlich Bernd Brezinski als Vorsitzenden hat. Im Ursprungsverein tritt nun Carsten viel stärker in den Fokus und das vor allem mit Selbstverteidigung. 

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Aber nicht nur innerhalb des Vereins sieht man Carsten häufiger. Inzwischen ist er im Berliner Karate Verband auch als Angehöriger des Schiedsgerichts und Ansprechpartner für das  Qualitätssiegel Sport und Gesundheit - Budomotiontätig. An Verbandsitzungen nimmt er aktiv teil.

Carsten, 1963 geboren, wuchs in Moabit auf und fand es notwendig, sich in der Schule und auf der Straße wehren zu können. Also trat er 1974 bei Nippon ein und lernte sehr schnell zunächst Judo, ab 1975 Karate. Ehrgeizig mit fünfmal Training in der Woche avancierte er schließlich zum Deutschen Jugendmeister im Kumite. 

1986 trat er bei Shirokuma ein und absolvierte 1987 seine 1. DAN-Prüfung. 1990 wurde er mit finanzieller Unterstützung seiner Eltern Mitinhaber eines Fitnessstudios, von dem er sich 1998 trennte. Anfang der neunziger Jahre legte er sein 2. Staatsexamen in Jura ab, um dann in eine Sozietät einzutreten. Jetzt arbeitet er mit einer sehr geschätzten Kollegin zusammen in einer eigenen Anwaltskanzlei, hat eine Familie gegründet und schließlich vor nicht allzu langer Zeit promoviert.

Das also Carstens Leben in Kurzform, welches mich vom Zuhören schwindlig werden lässt. Carstens Tag beginnt mit Laufen, Kraft-und Dehnungstraining, geht ab 8:00 Uhr mit Arbeit weiter und endet am Abend meist mit Training, welches er gibt. Unterrichten lässt er sich noch in Judo und Wing Tsun. An der FU gibt er Selbstverteidigungskurse für Frauen und in Brandenburg leitet er an der Schule, die sein Sohn besucht, eine Schulsport-AG. Dadurch ergab sich gleich noch eine Neugründung eines Brandenburger Vereins, da die Eltern nun auch trainiert werden wollten. Weitere Projekte sind geplant. Carsten schätzt in seiner sportlichen Arbeit das breite Fortbildungsangebot durch den DKV, welches von ihm intensiv genutzt wird. 

Ein aktiver Vereinschef ist viel, aber nicht alles

Eine günstige Voraussetzung für das Training ist der gute Kontakt zum Schulleiter in der Sophie-Charlotte-Str.,mit dem auf kurzen Wegen immer Trainingszeiten im Gymnastikraum der Schule für den Verein zu vereinbaren sind.  Der Verein hat auch die Schlüssel zu der schönen, gepflegten Halle und möchte bald Spiegel für das Training einbauen lassen.

Ein weiteres Plus für den Verein sind die langjährigen und treuen Mitglieder, die selbst nach beruflich bedingten Ortswechseln immer wieder den Weg in den Verein zurück finden (Ein Beispiel ist Heiner Hansen, der nach vierjährigem Aufenthalt in Frankreich im Verein beheimatet ist). Daraus ergibt sich auf längere Sicht Konstanz und es entwickelten sich aus dem Verein heraus  17 Trainerinnen und Trainer, mit denen ein gut abgestimmtes Training für alle Gruppen angeboten werden kann. 

In dem demokratisch strukturierten Verein hat jedes Mitglied die Möglichkeit, die eigenen Schwerpunkte zu leben, bzw. den Verein mit neuen Trainingsangeboten zu bereichern. So gibt z.B. Morgane inzwischen regelmäßig Aikido-Training. Für das anspruchsvolle Kata-Training steht nach wie vor Malis Gebbing, höchste DAN-Trägerin in unserem Verband und mehrfache Deutsche Meisterin. Sie gibt außerdem regelmäßig Kurse in Selbstbehauptung für Frauen und trainiert inzwischen auch eine Bundestagssportgruppe in Karate. 

Bemerkenswert ist auch die Offenheit des Vereins im Kontakt mit anderen Vereinen. Es kommt immer wieder zu Kooperationen z.B. mit Dokan und dadurch auch zu Weiterentwicklungen in Angeboten, die dem gesamten Berliner Verband zugute kommen. 

Was hat sich wieder gezeigt? Es lohnt sich immer, genauer hinzuschauen und dass bei einem soliden Grundstock Veränderungen Bereicherung sein können. 

Brigitte Benjes