Shito Ryu-Lehrgang mit Yoshiharu Hatano in Berlin

3.jpgAm zweiten Adventswochenende fand in Berlin das alljährliche Karatetreffen mit Yoshiharu Hatano (8. Dan Shito Ryu) aus Castelletto Ticino statt. Assistiert wurde ihm von Carlos Molina (8. Dan Shito Ryu). Der Bundeslehrgang war gut besucht mit Gästen aus Österreich, Kroatien, Ungarn, Finnland und den Niederlanden sowie zahlreichen nationalen Karateka.

Zum ersten Training traf man sich im Dojo Shin Gi Tai von Carlos Molina, da die Halle der Zillegrundschule nicht zur Verfügung stand. Das hieß für Meister Hatano viele Karateka auf relativ engem Raum zu unterrichten. Entsprechend gestaltete er den Trainingsinhalt: Nach längeren Ausführungen über die Historie des Budo gab es die Katas Sanchin und Naifanchin (1).

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Kata Sanchin zeigt der Meister mit den fünf verschiedenen Atemrhythmen (Go So Ku Ho), die er auch schon im letztjährigen Berlinlehrgang unterricht hat. Auch erzählte er aus seinem Leben: Er wird nächstes Jahr 70 und macht seit seinem 17ten Lebensjahr Karate. Den größten Einfluss auf ihn hatte Kenei Mabuni, dessen persönlicher Sekretär er wurde.
So zitierte Hatano oft Kenei Mabuni, aber auch dessen Vater Kenwa Mabuni, z. B. mit den Worten: Die Ukehand soll die schlagende Hand sein. Dieses Prinzip nennt man Racka, es wird nicht ausgewichen, sondern hart geblockt. Um die Blocks und die gesamte Bewegung wieder weicher werden zu lassen mahnte der Meister intensives Training des Tenshin Happo (Ausweichen in acht Richtungen) und des Tempo no Gosoku (fünf klassische Schrittfolgen) an.

Diese Beweglichkeit demonstrierte Hatano stets in seinen Anwendungen, die immer rund waren und den Tori immer zu Boden brachten. Überhaupt besticht Hatano nicht nur mit seinen minimalistischen Ausweichbewegungen, sondern auch mit seiner absoluten Gelenkigkeit. Niemand bewegt sich im Stand so wie Yoshiharu Hatano.
Mir der Kata Rohai rundete Hatano sein anspruchvolles Karatewochende ab.

Grazie mille Maestro Hatano für diese Sternstunde des Karate Do!