Karate: Ursprünge und Zukunft unseres Sports

2.jpgWas einmal vor langer Zeit als Okinawa-Te als geheime Kampfkunst einzelner großer Meister begann, ist heute ein weltweit betriebener Sport mit Millionen Anfängern. Dabei hat das, was wir heute als Sport betreiben, mit den Ursprüngen zwar noch vieles gemein, aber dennoch ist die Geschichte des Karates eine Geschichte von Traditionsbrüchen und Weiterentwicklungen. Heute hat sich Karte in eine Vielzahl von Stilrichtungen, Verbänden und Wettkämpen ausdifferenziert. Da ist es von Zeit zu Zeit hilfreich, sich einmal wieder die Frage zu stellen, was eigentlich sozusagen der Wesens- oder Markenkern von Karate ist.

Zu diesem Zweck hat BKV-Vizepräsident Bernd Hartliebe kürzlich die 12 höheren Dan-Träger des BKV zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde eingeladen. Höher heißt in diesem Fall: Ab dem 6. Dan. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesprächs besprachen eine Vielzahl aktueller Fragen, die sich aus der aktuellen Lage unseres Sports ergeben. Angeregt durch einen einleitenden Vortrag von Bernd Hartlieb zur Geschichte von Karate konzentrierte sich die Diskussion auf die Frage, ob es heute notwendig wäre, das Profil von Karate zu schärfen. Bietet man allen das gleiche Karate an, oder soll man quasi ganz verschiedene Versionen von Karate betreiben? Müsste man "echtes" Karate dann von diesen Versionen abgrenzen? Wieviel Kampf steckt noch im Kampfsport Karate? Ist Karate heute eher ein "Gemischtwarenladen", oder steckt da eine erhaltenswerte Vielfalt dahinter?

Immerhin konnte man festhalten, dass Karate heute in seiner verbandsmäßigen Form durch diese Elemente auszeichnet: Alle Mitglieder im DKV halten sich an dessen Ordnungen – also im wesentlichen die Ordnungen, die die Inhalte und Durchführung von Prüfungen und Wettkämpfen regeln. Das garantiert eine gewisse Homogenität, macht Wechsel zwischen Vereinen leichter und sorgt für Kontinuität. Karate ist eben ein Ausbildungs-Sport, man kann sich einen Schwarzgurt auch im Laden kaufen, aber ihn sich erwerben in einem DKV-Verein, das heißt eben, dass man diesen jahrelangen Weg des Trainings durchschritten haben muss. Es gibt hier Vielfalt, aber keine Abkürzungen.

Wer also Karate im DKV lernen will, muss sich auf einen langen Weg einstellen. Das mag in der heutigen Zeit, wo der schnelle Erfolg mehr zählt als alles andere, schwer zu vermitteln sein. Aber wer sich darauf einlässt, diesen Weg zu gehen, wird "ganz nebenbei" auch noch mit Gesundheit, Fitness, Selbstvertrauen und Selbstverteidigungsfähigkeit belohnt. Kann das irgendein anderer Sport außer Karate?

Gerald Wagner, Pressereferent BKV

Und hier noch ein Beitrag im Deutschlandradio zum Thema ...