Berliner Meisterschaft der Leistungsklasse 2010

Am Samstag den 19. Februar fanden die Berliner Meisterschaften der Leistungsklasse 2011 statt. Ausrichter war DOKAN, das Turnier fand statt in der Sporthalle der Robert Havemann-OS in Karow. Die BM war wie immer das Qualifikationsturnier für die Deutschen Meisterschaften, die dieses Jahr am 26./27. März in Schwenningen (BaWü) stattfinden.

Bevor es bei den Wettkämpfen richtig ernst wurde, wurden Duygu Bugur (Banzai), Carolin Bodensteiner, Maximilian Schinke sowie Robin und David Geduhn (alle DOKAN) für ihre großartigen sportlichen Leistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet. In der Vereinswertung des vergangenen Jahres belegte DOKAN den dritten Platz, der Karate Club Wedding den zweiten Platz und – erwartungsgemäß – der SC Banzai den ersten Platz. BKV-Präsidentin Kathrin Brachwitz gratulierte dazu Guido Wallmann, Oliver Fromm und Veysel Bugur – herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!

Kata

Der Mannschaftswettbewerb Kata der Damen fand mangels Meldungen leider nicht statt, der der Männer war kurz und eindeutig: Da die Mannschaft von Shirokuma auch die einzige war, ging der Titel entsprechend unstrittig an Bernd Brezinski, Christian Seidel und N.N.

Der erste Höhepunkt des Turniers waren dann die Kata Einzel-Wettbewerbe. Für das Publikum besonders spannend war der neue Modus der Finale: Die vier besten Starterinnen und Starter traten dazu zum Abschluss noch einmal gegeneinander an – einzeln und hintereinander. Die Reihenfolge wurde ausgelost, anschließend vergaben die sieben Kampfrichter dann eine Note für jede Final-Kata, anhand derer schließlich das Endergebnis errechnet wurde.

Bei den Herren standen im Finale Jesse Sturm (Tsunami), Julian Lengfeld (Yama), Arnaldo Ortiz-Camano (DOKAN) und Titelverteidiger Ilyas Daiyf (Toruko). Jesse zeigte eine gute Leistung, doch es war klar, dass er in den Kampf um die Medaillen nicht eingreifen würde. Deutlich wurde rasch, dass Titelverteidiger Ilyas auch in diesem Jahr schwer zu schlagen sein würde. Seine Anan war eine beeindruckende Kombination von Präzision und Dynamik, die von Ilyas mit einem Kime bis in die Fingerspitzen vorgeführt wurde. Dann Julian mit Gojushiho Sho – einwandfrei, aber es war klar, dass er im Vergleich mit Arnaldo nicht ganz so überzeugen konnte. Arnaldo zeigte seine Unsu mit der Extraposition Dynamik und Ausdruck, die in einem solchen Finale den Ausschlag gibt. Das Ergebnis war dann auch recht eindeutig: Vierter Platz für Jesse, dritter für Julian, zweiter für Ornaldo und den Titel für Ilyas.

Bei den Damen starteten Bettina Brezinski (Shirokuma), Anny Müller (ACB), Sandra Zagrodny-Mosmondor (DOKAN) sowie Kerstin Merkert (DOKAN). Die Sache war für die Wertungsrichter hier etwas schwieriger, dass alle vier Starterinnen Shotokan-Katas auf höchstem Niveau zeigten. Relativ eindeutig war der vierte Platz für Anny Müller, die der äußerst anspruchsvollen Gangaku vielleicht – im Stress eines Finales - noch nicht völlig gewachsen ist. Ein kleiner Wackler mit Absetzen beim Yoko-Geri und leichte Unsicherheiten bei den Ständen verhinderten eine Platzierung unter den ersten drei. Kerstin lieferte eine kraftbetonte Unsu ab, an der absolut nichts auszusetzen war. Dann kam Bettina. Sie war nach der ersten Runde eigentlich schon draußen und hätte es nach dem alten Reglement damit auch nur noch auf den dritten Platz schaffen können. Entsprechend entschlossen ging sie in dieses Finale. Man konnte ihr ansehen, dass sie hier unbedingt noch gewinnen wollte. Ihre Gojushiho Sho war zwar dem Schwierigkeitsgrad "leichter" als die Katas ihrer Konkurrentinnen, aber Bettina zeigte sie mit einem letztlich wohl ausschlaggebenden Maß an Reife und Ausdruck. Dabei hätte genauso gut auch Sandra gewinnen können, die ebenfalls wie ihre Vereinskameradin Kerstin mit einer perfekten Unsu antrat. Der geringe Abstand der drei Besten in diesem Finale (16, 15 und 11 Punkte) zeigte, wie knapp die Entscheidung war, dass Platz drei an Kerstin ging, Platz zwei an Sandra und der Titel an Bettina.

Kumite

Bei den Kumite-Wettkämpfen ging wie immer der SC Banzai als der große Favorit mit den meisten Titelverteidigern ins Rennen. Von den 14 zu erringenden Titeln gingen dann auch neun an Banzai! Ganz Berlin also in der Hand der Macht vom Kottbusser Damm? Nein, es gibt auch neue Berliner Kumite-Meister´und Meisterinnen anderer Vereine: Ulrike-Marie Gerber vom SKB holte den Titel in der Kategorie bis 61 Kg, Melissa Emperhoff (Amida) gewann bis 68 Kg, Anas Fattal (Toruko) bei den Männern bis 60 Kg, und Toni Besser (Shirokuma) in der Klasse bis 84 Kg.

Doreen Machnik (ACB) hatte in ihrer Kategorie bis 50 kg keine Gegnerinnen. Alle weiteren Titel gingen an Starterinnen und Starter des SC Banzai: Duygu Bugur war ohnehin bereits gesetzt für die DM, Esma Yilmaz gewann in der Kategorie bis 55 Kg, Antonia Huppmann wird ebenfalls zur DM fahren. Weitere Titel holten erwartungsgemäß für den SC Banzai Ricardo Giegler (67 Kg), Junis Nassr (75 Kg und Allkategorie), Ivo Georgiev (84 Kg), Esma Yilmaz (Allkategorie) sowie die Banzai-Teams der Herren und Damen. Gesetzt für seinen Start bei der DM ist außerdem Bujantogtok Sharhunkhen, der den Vizetitel in der Kategorie bis 75 Kg und in der Allkategorie holte. Der BKV drückt allen qualifizierten Wettkämpferinnen und Wettkämpfern die Daumen für die DM in Schwenningen!

Wie immer sei zum Abschluss insbesondere dem ausrichtenden Verein DOKAN gedankt, und natürlich den Kampfrichterinnen und Kampfrichtern, Betreuerinnen und Betreuern, den Sanitätern und dem Publikum für Ausdauer und Unterstützung.

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Gerald Wagner, Pressereferent BKV