45 Jahre Berliner Gymnastikverein Karate

bgv_1.JPGAm 17. Juni feierte der Berliner Gymnastikverein sein 45-jähriges Bestehen mit einem Lehrgang. Vier Trainer des BGV zeigten in Trainingseinheiten zu Kata und Kumite auf beeindruckende Weise, wie kleine Details in der Bewegung einen großen Einfluss auf unser Karate im Allgemeinen haben.

Die erste Einheit leitete Dennis Knebel. Anhand der Kata Taikyoku Shodan regte er dazu an, stärker auf die Position der Füße, den Körperschwerpunkt und die Atmung zu achten. So ist es insbesondere bei Wendungen und Drehbewegungen entscheidend, auf welchem Teil der Fußsohle diese geschehen und in welcher Position sich der Rumpf dabei befindet, um eine anschließende Abwehr auch noch sinnvoll ausführen zu können. Alle Bewegungen sollten mit einer möglichst natürlichen Atmung begleitet werden. Diese Prinzipien wurden anschließend im Bunkai geübt, was deutlich machte, dass allein mit den Techniken Gedan-Barai und Oi-Zuki Angriffen bereits sehr flexibel begegnet werden kann.

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In der folgenden Einheit demonstrierte Lothar Ehrat, dass der Unterschied zwischen Angriff und Verteidigung reine Kopfsache ist. Ob ein Kizami-Zuki zum Beispiel als Angriff, Verteidigung oder direkter Konter verwendet wird, liegt lediglich in der Entscheidung und dem Willen des Anwenders. Er betonte weiterhin die große Bedeutung des Hüfteinsatzes während jeder Technik. Für einen energievollen Angriff, eine unangestrengte Verteidigung, sowie einen nahtlosen Übergang von der Verteidigung zum Konter spielt die Hüfte eine wichtige Rolle. Ein ausreichender Hüfteinsatz ist allerdings nur aus einer physischen wie mentalen Entspannung heraus möglich.

Nach einer kleinen Mittagspause bot Daniel Ekhtiari mit der Kata Sepai einen Ausflug ins Goju-Ryu. Zunächst wurden die Geschichte der Stilrichtung und die Unterschiede der Kampfstrategie zum Shotokan erläutert. Viele Techniken sind nicht unbedingt darauf ausgelegt, einen Angreifer kampfunfähig zu machen, sondern diesen zu irritieren und aus der Balance zu bringen – ein Prinzip, das besonders in der Sepai deutlich wird. Mit sehr realistischem Bunkai schaffte es Daniel, diese Kata und ihre ungewohnten Bewegungen den Shotokan-Körpern zugänglich zu machen.

In der vierten Einheit thematisierte Ali Ankir erst im Kihon und dann im Kumite die Kombination Kizami-Zuki / Gyaku-Zuki. Dabei verdeutlichte er, wie bereits kleine Veränderungen der Schrittfolge den Ausdruck der Kombination verändern. Durch geschickten Einsatz von Fußtechniken wurde die Kombination erweitert und somit eine Vielzahl an Szenarien für die Anwendung trainiert.

Am Ende des Lehrgangs belohnten sich 17 Karateka mit einer bestandenen Prüfung für ihr langes und intensives Training.

Wir danken unseren Trainern für die Erstellung dieses interessanten Programms, allen guten Seelen, die im Hintergrund fleißig organisiert haben und allen Karateka, die unser Jubiläum mit uns sportlich gefeiert haben.

Photos und Text: Dennis Knebel