2. Berliner Selbstverteidigungstag bei Shirokuma Berlin

DSC_9709.JPGAm 24. August war es wieder soweit – bei Shirokuma Berlin in Charlottenburg fand der 2. Berliner Selbstverteidigungstag statt. In mehreren Trainingseinheiten wurden den rund 60 Teilnehmern von Carsten Brunner (Shirokuma Brandenburg), Carsten Walther (DOKAN Berlin), Achim Hartstock (All Style Budo Team) und Marc Puhlmann (SDSK Brandenburg a.H.) die verschiedensten Facetten der Selbstverteidigung nähergebracht. Gerade in Zeiten, in denen uns die Nachrichten fast täglich vermitteln, dass Angriffe zur Tagesordnung gehören, kann die Möglichkeit der eigenen Selbstverteidigung nicht genug geschätzt werden.

Den lockeren Anfang machte Carsten Brunner mit der Abwehr und den Kontermöglichkeiten von Trittangriffen. Nach dem Üben der ersten Techniken baute er mehrere Kombinationen von Fuß- und Schlagangriffen ein. Bei der Reaktion zum Konter betonte er mehrfach, dass man nicht nur einen, sondern immer mehrere Schläge hintereinander setzen solle – zur eigenen Sicherheit, falls der erste Schlag danebengeht. Wer einen angreife, müsse auch mit der entsprechenden Gegenwehr rechnen! Wichtig sei daher außerdem, dass man sich zum Gegner hinbewegt und nicht die „typische Opferhaltung“ annehme, indem man nach hinten zurückweicht.

Würfe zur Selbstverteidigung

Daran anknüpfend erweiterte Achim Hartstock in seiner Trainingseinheit die soeben gezeigten Kontermöglichkeiten um einige Selbstverteidigungswürfe. Dabei wiederholte er noch mal einige SV-Basics (Abwehr und Übernahme von geraden Fauststößen) und veranschaulichte darüber hinaus, wann sich in einer Angriffssituation am ehesten die Möglichkeit bietet, den Gegner u.a. durch Fußfeger schwungvoll zu Fall zu bringen.

Kyusho Jitsu mit Carsten Walther

Anschließend entführte uns Carsten Walther in den außergewöhnlichen Bereich des Kyusho Jitsu und zeigte, dass man auch mit wenig Kraftaufwand den Gegner schnell in den Griff bekommen kann. Durch das Reiben, Drücken oder Schlagen bestimmter Kyushopunkte können beim Gegner Schmerzen oder reflexartige Bewegungen ausgelöst werden. Kyusho Jitsu ist damit ganz besonders geeignet, gemeinen Angreifern eine Lektion im Benehmen zu geben. Interessant zu beobachten war aber, dass jeder anders auf das Reizen der Kyushopunkte reagierte. Während einige Teilnehmer scheinbar ungerührt die Stimulation  entgegennahmen, reagierten andere wiederum sehr empfindlich und sorgten bei ihren Übungspartnern mit „leidvollen“ Gesichtsausdrücken immer wieder für Erheiterung – bis sie selber an der Reihe waren.

Einsatz von Hebeln

Am Nachmittag wurden uns erneut durch Achim mit der richtigen Mischung aus Spaß und Ernsthaftigkeit verschiedene Armstreckhebel näher gebracht. Nachdem zuerst sein Trainingspartner Sebastian hart aber herzlich am eigenen Leib erfahren musste, wie unangenehm die unnatürliche Verdrehung des gestreckten Arms sein kann, probierten auch die übrigen Teilnehmer nach einer kleiner Trockenübung fleißig untereinander aus. Hierbei wurde insbesondere geübt, wie man mit Armhebeln auf die unterschiedlichen Reaktionen des Gegners reagieren kann.

Danach führte Marc Puhlmann durch eine koordinative Übung, die dazu diente, die Eigenschutzfähigkeit zu verbessern und auf Angriffe von runden Schlägen (Schwinger oder Ohrfeigen) besser reagieren zu können. Sein besonderes Anliegen war, zu vermitteln, dass es neben der reinen Technik, auch auf das eigene Reaktionsvermögen, die Kondition und das strategische Denken ankommt.

Einen entspannten Abschluss bildete schließlich eine weitere Runde Kyusho Jitsu mit  Carsten Walther und der etwas anderen Art von Massage. Durch das erneute Drücken anderer Kyushopunkte taten wir unserem sonst so „leidgeprüften“ Trainingspartner doch noch etwas Gutes. Völlig entspannt und um eine Menge Selbstverteidigungswissen reicher endete der Selbstverteidigungstag – aber nicht ohne Hoffnung, dass schon bald der nächste folgen wird!

Mirjam Weber


Anmerkung: Der 3.Berliner Selbstverteidigungstag findet am 23.11.2013 statt