Das japanische Karate teilt sich heute in vier große Stilrichtungen, nämlich Gōjū-Ryū, Shōtōkan, Shitō-Ryū und Wadō-Ryū auf, die auch im Berliner Karate Verband die Mehrheit stellen. Sie gehen ihrerseits auf zwei ebenfalls recht verbreitete okinawanische Stile, Shōrei-Ryū und Shōrin-Ryū, zurückgehen. Viele kleinere neuere Stilrichtungen begründen sich aus einer oder mehreren dieser sechs Schulen. Aber auch ursprüngliche Stile wie z. B. Uechi-ryū werden heute noch betrieben. Im Deutschen Karate Verband hat sich mittlerweile auch das Stiloffene Karate etabliert. Desweiteren zählt der DKV noch 13 weitere kleinere Stilrichtungen zu seinen Mitgliedern.
Stilrichtungen - der feine Unterschied
Die Stilrichtungen des Karate unterscheiden sich durch ihre unterschiedlichen Geschichten und Ursprünge, ihre Techniken und Kampfstile. So wird etwa im Goju-ryu Wert gelegt auf die Kombination weicher, kreisförmiger Blocks mit schnellen starken Gegenangriffen gelegt. Im Shito-ryu wird eine große Anzahl von Kata gelehrt. Kraftvolle Techniken auszuführen ist ein besonderer Schwerpunkt des Trainings. Shotokan-Karate dagegen zeichnet sich durch tiefe Stellungen und geradlinige starke Techniken aus. Das Wado-Ryu teilt sich mit dem Jujutsu einen großen Teil der Bewegungslehre, die Beweglichkeit und Ausweichen in den Vordergrund stellt. Entspannung und Karate als spirituelle Disziplin zu begreifen sind wichtige Punkte des Wado-ryu.
Dennoch gilt: Die Unterschiede der Stilrichtungen sollte man nicht überbewerten - es ist alles Karate.
Bildunterschriften:Oben links: Training einer Shotokan-Kata durch Mitglieder des Kata-Landeskader des BKVUnten rechts: Kata-Bundesjugendtrainerin Sharzad Mansouri 2010 beim DKV-Tag in Berlin