Was macht der Berliner Karate Verband?

DKV-Tag_Karamitsos_2_klein.JPG.jpgNeben nach wie vor traditionellen Schulen der Kampfkunst gibt es heute in vielen Ländern Karate auch als Breitensport. Das ist auch in Deutschland so. Dessen Karateka haben sich im Deutschen Karate Verband e.V. (DKV) organisiert. Dem DKV gehört auch der Berliner Karate Verband e. V. (BKV) an.

Der DKV ist der einzige Fachverband für Karate in Deutschland, der von der Bundesregierung anerkannt wird. Der BKV wiederum ist der offizielle Fachverband für alle Stilarten des Karate in Berlin. Das bedeutet: Wenn ein Mitglied unseres Verbandes Welt- oder Europameister wird, dann ist er der Weltmeister von 170 Mitgliedsländern der World Karate Federation (WKF), der einzigen weltweit anerkannten Karate-Vereinigung. Alle im Berliner Karate Verband abgelegten Gürtelgrade werden von allen Mitgliedsländern der WKF anerkannt – und umgekehrt: Auch wir erkennen alle Grade an, die ein Karateka bei einem WKF-Verband erworben hat.

Unsere wichtigste Aufgabe: Pflege und Förderung des Karate in Berlin

Wir betreuen ca. 85 Karate-Vereine und Karate-Schulen in allen Bezirken der Stadt. Zu den Verbandsaufgaben gehören:

  • die Pflege und Förderung des Karate in Berlin
  • die Zusammenführung aller Karatestilrichtungen
  • die Förderung des Leistungssportes (Wettkampf)
  • die Vertretung Berlins auf national und international anerkannten Meisterschaften
  • die persönlichkeitsbildenden, erzieherischen und gesundheitsfördernden Werte des Karate zu unterstützen.

jugend3_klein.JPG.jpgWas heißt das im Einzelnen? Karateka, also Menschen, die Karate betreiben, können zwischen verschiedenen Stilrichtungen des Karate wählen. Sie heißen japanisch "Ryu": Es gibt das Shotokan Ryu, Wado Ryu, Goju Ryu und das Shito Ryu, um nur die größten Stilrichtungen zu nennen. Das sind nicht alle – da sind noch zahlreiche andere wie etwa Shorin Ryu oder Koshinkan. Außerdem gibt es noch das erst in jüngster Zeit entstandene Stiloffene Karate. Wer also "Karate macht", gehört meistens zu nur einer dieser Stilrichtungen und hat darin dann auch seine Prüfungen abgelegt.

Prüfungen: Vom Weißgurt bis zum DAN-Träger

Denn jeder Karateka kann (muss nicht) in festgelegten Zeitabständen Prüfungen ablegen, in denen er sein Können demonstrieren muss. Bei Bestehen erhält er oder sie den nächsthöheren Kyu (Schülergrad), der sich in einer anderen Gürtelfarbe zeigt. Die Inhalte dieser Prüfungen entsprechen dem erwartbaren Entwicklungsstand des Prüflings und sind in den Prüfungsordnungen des DKV festgelegt. Die Gürtel beginnen mit weiß und gelb, und führen über orange, grün, blau zum Braungurt. Nach dem letzten braunen Gürtel kann man dann den Erwerb des Meistergürtels angehen, also einen ersten DAN-Grad ablegen. DAN-Träger sind an ihren schwarzen Gürteln erkennbar. Die DAN-Grade sind im Prinzip nach oben offen – Fritz Nöpel etwa, der höchste DAN-Träger des DKV, trägt heute den 9. Dan. Alle Graduierungen des BKV sind weltweit anerkannt und werden nach den festgelegten Richtlinien des DKV vergeben.DKV-Tag_Zuki_klein.JPG.jpg

Wettkämpfe: Erfolgreich starten für den BKV

Unsere Mitglieder können unterschiedliche Wege einschlagen. Sie können Karate in Form von Wettkämpfen betreiben und an offiziellen Meisterschaften bis hin zur Weltmeisterschaft teilnehmen. Im Karate werden grundsätzlich zwei Wettkampfdisziplinen unterschieden: Beim "Kumite" (Freikampf) stehen sich zwei Karateka auf einer Kampffläche gegenüber und versuchen, wertbare Stoß-, Schlag- und Tritttechniken anzubringen. Die Kriterien sind so gehalten, dass Verletzungen der Kampfpartner ausgeschlossen sind: Wer sich nicht daran hält, wird disqualifiziert!

Die Disziplin "Kata" ist eine Abfolge genau festgelegter Angriffs- und Abwehrtechniken gegen mehrere imaginäre Gegner, die sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Man unterscheidet rund 50 verschiedene Katas, deren Ästhetik im Einklang von Kampfgeist, Dynamik und Rhythmik liegen. Manche Kata wurde über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben und ist somit Zeuge der Tradition des Karate.

Jedem Vereinsmitglied ist die Teilnahme an Wettkämpfen und Turnieren freigestellt - ob im Kumite oder in der Kata, das entscheidet jeder selbst! Wer aber keine Ambitionen für den Wettkampfsport verspürt, kann Karate als Weg zur Persönlichkeitsentwicklung, Fitness und Selbstverteidigung machen. Neben dem traditionellen Karate, das in den unterschiedlichen Stilrichtungen betrieben wird, geht der DKV auch neue Wege. Mit dem Sound Karate wurde ein Ausbildungsprogramm geschaffen, das besonders die jungen Mitglieder anspricht. Darüber hinaus können Mitglieder eine Ausbildung zum Trainer und Lehrer absolvieren und folgende Lizenzen erwerben:

  • Fachübungsleiterlizenz B
  • Trainer Lizenz C, B und A
  • Diplom Trainer (Trainerakademie Köln)
  • Kampfrichterlizenzen
  • Gesundheitstrainer
  • Sound-Karate-Trainer
  • TrainerIn für Selbstverteidigung für Frauen
  • Prüferlizenzen

Alle unsere Ausbildungswege sind staatlich anerkannt oder besitzen das Gütesiegel des Deutschen Sportbundes. Zusätzlich bietet unser Verband regelmäßig eine große Auswahl an Lehrgängen mit hochqualifizierten LehrerInnen und TrainerInnen aus dem In- und Ausland an. Die Vielfalt unseres Angebotes und das Nebeneinander unterschiedlicher Denkweisen ist unser Beitrag zum Verständnis der Menschen untereinander - unser Weg des Karate-Do.